„Genau diese Annahme haben wir bei Ib Andresen Industri hinterfragt“, sagt Vertriebsleiter Lars S. From. „Wir automatisieren Kleinserien – sogar bis hin zur Einzelstückfertigung. Nicht als Ausnahme, sondern als Standard.“
„Für unsere Kunden bedeutet das einen schnelleren Übergang vom Design in eine stabile Produktion, gleichbleibende Qualität ab der ersten Einheit und ein deutlich geringeres technisches Risiko während des Hochlaufs. Komplexe Produkte können ohne langwierige Inbetriebnahmephasen in die Roboterfertigung überführt werden, und die Time-to-Market wird erheblich verkürzt – selbst wenn Anpassungen am Design vorgenommen werden.“
Automatisierung in unserer Schweißabteilung ist nicht der Massenproduktion vorbehalten. Bei Ib Andresen Industri entscheidet nicht die Losgröße darüber, ob automatisiert wird – sondern der Mehrwert, den die Automatisierung schafft.
Automatisierung ohne Volumenbeschränkungen
Der Kern unseres Setups ist nicht der Roboter selbst. Es ist das Zusammenspiel aus:
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Modularen und kundenspezifisch entwickelten Schweißvorrichtungen
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Offline-Programmierung
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Digitalen Modellen unserer Roboterzellen
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Vollständiger Schweißsimulation in der digitalen Umgebung
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Enger Integration zwischen Entwicklung und Produktion
„Wenn wir ein neues Design erhalten, werden sowohl die Vorrichtung als auch das Roboterprogramm digital entwickelt, bevor physisch etwas gebaut wird. Wir simulieren den gesamten Schweißprozess in einem digitalen Modell unserer Produktionsumgebung, um sicherzustellen, dass alles funktioniert – ohne Kollisionen und ohne Überraschungen“, erklärt Morten Jensen, Operations Manager der Schweißabteilung.
Dadurch ist Ib Andresen Industri in der Lage, neue Produkte ohne die traditionelle, langwierige Inbetriebnahmephase in die Produktion zu überführen. In einem konkreten Fall vergingen lediglich 2,5 Stunden vom Montieren einer neuen Vorrichtung bis zum ersten geschweißten Bauteil. Ein herkömmlicher Hochlauf für ein vergleichbares Produkt kann bis zu 14 Tage dauern.
„Das ist der Unterschied zwischen kleinen Offline-Anpassungen im Roboterprogramm – und einem kompletten Neustart“, ergänzt Morten Jensen.
„Press Play and Walk Away“ – in der Praxis
Intern nennen wir es „Press Play and Walk Away“. Es beschreibt eine Produktionslogik, bei der das Programm offline entwickelt, die Schweißung vollständig vorab simuliert und der Roboter vom ersten Bauteil an im Automatikmodus gestartet wird.
Das erste Teil wird vorsorglich mit reduzierter Geschwindigkeit gefahren. Anschließend läuft die Produktion mit voller Geschwindigkeit.
„Der entscheidende Punkt ist, dass unsere Kunden Unsicherheiten, Verzögerungen und unvorhergesehene Kosten vermeiden“, sagt Morten Jensen.
Warum dies kein Standard ist
Die Automatisierung von Kleinserien mag theoretisch einfach erscheinen, stellt in der Praxis jedoch deutlich höhere Anforderungen an die Organisation als die klassische Serienfertigung.
Erforderlich sind eine durchdachte Vorrichtungskonstruktion, tiefgehende Schweißkompetenz, fortgeschrittene digitale Simulationsfähigkeiten sowie ein diszipliniertes Projektmanagement mit enger Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Produktion.
„Wenn nur eine dieser Disziplinen nicht ausreichend ausgereift ist, wird die Automatisierung fragil. Die Inbetriebnahme zieht sich hin, die Flexibilität geht verloren, und die Vorteile der Robotik werden verwässert“, erklärt Morten Jensen.
Viele Unternehmen sind entweder stark in manueller Flexibilität oder in der Automatisierung großer Stückzahlen. Beides zu vereinen – also robotergestützte Stabilität in einem Umfeld mit Kleinserien und variierenden Designs zu liefern – ist deutlich anspruchsvoller.
Genau hier hat sich Ib Andresen Industri entschieden zu investieren. Nicht nur in Equipment, sondern in Prozesse, Kompetenzen und funktionsübergreifende Zusammenarbeit.
Foto: Tomas T. Frederiksen (links), Simon Askholm-Block und Morten Jensen.